20.03.2013
Mehr als 3.700 Jugendliche beteiligten sich am Jugendforschungs- und Partizipationsprojekt “Junge Deutsche 2012/13”. Die daraus abgeleiteten Forderungen der Teilnehmenden wurden am 18. März in Berlin auf einem Symposium vorgestellt. Die Studie, die ein umfassendes Bild über das Erwachsenwerden in Deutschland anno 2013 zeichnet, erscheint im Sommer 2013.
Seit September 2012 wurden mehr als 3.700 junge Menschen zwischen 14 und 34 Jahren im Rahmen des Jugendforschungs- und Beteiligungsprojekts “Junge Deutsche 2012/13” befragt. Vierzig davon trafen sich am Wochenende in Berlin, um im Rahmen eines Symposiums die Ergebnisse der Studie zu diskutieren.
Am Montag, dem 18. März wurden zehn daraus abgeleitete Forderungen im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung an politische EntscheidungsträgerInnen übergeben (UPDATE Forderungskatalog s. unten). Die Übergabe wurde von Anja Caspary (radioeins) moderiert. Gäste waren Sina Doughan, Bundessprecherin der Grünen Jugend, Niema Movassat von der Partei DIE LINKE, und Ullrich Schneider von Bündnis90/ Die Grünen. Abgeordnete aus FDP und CDU waren angefragt, sagten jedoch kurzfristig ab.
Während der anschließenden Podiumsdiskussion wurde klar, dass es Zeit brauche, um neue Dinge nachhaltig in das politische Alltagsgeschäft einzubringen, wie Niema Movassat sagt. Trotzdem sei junges Engagement wichtig. Aus der sehr lebhaften Diskussion entwickelten sich neue Ideen, wie beispielsweise ein bundesweiter Streik junger Engagierter. Sina Doughan, Nieama Movassat und Ulrich Schneider unterschrieben gemeinsam mit den Jugendlichen das Forderungspapier.
Die Ergebnisse der Studie “Junge Deutsche 2013” zeigen konkreten Handlungsbedarf, um die Lebenssituation und das Erwachsenwerden junger Menschen in Deutschland zu verbessern. Probleme werden zum Beispiel darin gesehen, dass 77% der Befragten die Interessen junger Menschen politisch sich nicht ausreichend vertreten sehen. Daraus ergibt sich eine Forderung nach JugendvertreterInnen, welche gesetzlich verpflichtend in allen politischen Gremien, vom Gemeinde- und Stadtrat bis zum Bundestag, in die Beratungsprozesse eingebunden werden sollen.
Außerdem wird eine Art Jugend-TÜV für Gesetzesvorhaben gefordert. Dies erscheint notwendig angesichts der Ergebnisse der Studie, welche eine hohe Unzufriedenheit Jugendlicher bezüglich Möglichkeiten zu politischer Einflussnahme aufzeigt. Auf regionaler Ebene glauben 59% kaum oder keinen Einfluss auf politische Entscheidungen zu haben, auf lokaler Ebene sind es drei Viertel der Befragten und auf nationaler Ebene 84%.
Die Teilnehmenden stimmten überein, dass das Projekt weitergehen muss, weil es Möglichkeiten der lokalen und jugend-fokussierten Beteiligung bietet, die Akteure national vernetzt und den Interessen junger Menschen eine Stimme verleiht. Für die Fortsetzung des Projekts haben die Organisatoren einen Crowdfunding-Aufruf gestartet: www.jungedeutsche.de/crowdfunding.
“Junge Deutsche 2012/13” ist ein Kooperationsprojekt von DATAJOCKEY: Social Research & Dialogue und der Servicestelle Jugendbeteiligung e.V., das mit Unterstützung durch das EU-Programm „JUGEND in Aktion“ und das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert wird.
Alle Infos rund um das Projekt findet ihr auf jungedeutsche.de.
UPDATE (25.03.) Hier könnt ihr die Forderungen der Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die teilgenommen haben, nachlesen:
Quelle: Pressemitteilung der Servicestelle Jugendbeteiligung vom 18.03.13