02.07.2018
Heute fand sich die Steuerrungsgruppe zusammen um die Förderentscheidungen für unsere zweite Antragsrunde zu treffen. Die Ergebnisse findet ihr nun hier.
Wir bedanken uns bei allen Antragsteller*innen. Für alle die es in dieser Runde nicht geschafft haben wünschen wir viel Erfolg für das nächste Mal.
Hier findet ihr die Informationen zu den 15 geförderten Projekten der zweiten Antragsrunde. Ganze 15 Projekte haben es in die Förderung geschafft!
We.Roll.Berlin e.V., Marzahn-Hellersdorf
Förderbetrag:
15.000 €
Projektzeitraum: 01.07. – 31.12.2018
Entwicklungsantrag
Thema: Erweiterung von Beteiligungskontexten
Das Hauptziel und der Anlass zur Gründung des We.Roll.Berlin e.V.s war es, eine Skatehalle für alle zu eröffnen. Diese soll für jeden zugänglich sein, der sich für Rollsport auf Fun und oder sogar Extremsportebene begeistert.
Ende 2017 ist die Initiative diesem Ziel ein großes Stück näher gekommen und konnte im Februar die Skatehalle, zunächst temporär bis Ende April, eröffnen und betreiben. In Aussicht wurde außerdem, seitens des Bezirks Marzahn-Hellersdorf signalisiert, dass eine Nutzung in den nächsten Winterperioden, denkbar ist.
Neben diesem Projekt unterstützen die Antragsteller*innen seit vielen Jahren im Bezirk Marzahn-Hellersdorf die ''rollwütigen'' Jugendlichen und Kinder bei ihren Vorhaben. Mit den vergangenen Projekten ''Unser Platz, Unsere Ideen, Unser Leben 1+2'' konnten sie die Grundsteine für diese Arbeit legen. Diese beinhaltet nicht nur jedem die Möglichkeit zu geben zu skaten(durch kostenlose Verleihstation), sondern auch das Unterstützen im Bereich der Gestaltung vom öffentlichem Raum (Skateplätze). Des Weiteren ist es der Initiative wichtig Projekte und Aktionen zu entwickeln, die nicht nur auf den Interessen der Skater basieren. Es sollen Jugendliche in so vielen Prozessschritten wie möglich einbunden werden bzw. Raum zur Selbstentfaltung geboten werden und damit Verantwortung, Selbstwirksamkeit sowie das eigene Selbstbewusstsein gefördert und gestärkt werden.
Mit diesem Antrag, sollen nun mittlerweile
beliebte ''Klassiker'' mit neuem verbunden werden.
''Die Klassiker''
Neues
Die Jury ist vom starken, konkreten Beteiligungsansatz
des Projekts überzeugt.
Atze Musiktheater gGmbH, Mitte
Förderbetrag:
8.208 €
Projektzeitraum: 06.07. – 30.11.2018
Entwicklungsantrag
Thema: Förderung von Vielfalt und Toleranz/Demokratie
In den letzten beiden Jahren fand am ATZE
Musiktheater das deutschlandweit einzigartige Junior Barcamp statt, eine
kreative „Unkonferenz“ für Kinder, auf der sie ihre Zukunftsvisionen und
Forderungen an die Politik diskutieren konnten.
Kinder können sich bereits im Grundschulalter in gesellschaftspolitische Fragen mit ihrer Kreativität und Energie einbringen! Sie als kommende Generation haben die Kraft, etwas zu verändern! Um diesen zukunftsweisenden Weg, Kindern eine Stimme zu geben, sollen nun konsequent weitergegangen werden. Die Kreativität der eingegangenen Bewerbungen verdeutlicht, dass sich die Kinder bereits vor dem Barcamp mit dem Projekt auseinandergesetzt haben. Sie begründen ihre Motivation für das Barcamp und formulieren ihre damit verbundenen Wünsche. Ein erster gemeinsamer Prozess der Partizipation findet bereits im Vorfeld statt.
Durch die Weiterentwicklung der Idee soll ein noch besseres Ergebnis in Bezug auf die Nachhaltigkeit des Barcamps erzielt werden. Der zeitliche Rahmen muss für die Kinder größer sein. Sie brauchen eine intensivere Vorbereitung, um Ideen zu sammeln und zu äußern. Zudem soll deutlicher werden, wo die Forderungen der Kinder landen und was mit ihnen im Nachgang geschieht.
Daher wurde nun ein drittes Barcamp
geplant, mit zwei grundlegenden Veränderungen:
Die Länge der Veranstaltung soll auf
zwei Tage verlängt und eine Reihe von Aktionen zum Thema Nachhaltigkeit konzipiert werden.
Als abschließende Aktion werden die Kinder den Atze-LKW mit ihren Statements besprühen. Mit den Stimmen der Kinder, wird dieser LKW 300 Tage im Jahr durch Berlin und die BRD fahren und diese geforderten Kinderrechte für viele Menschen sichtbar wurden. Unterstützt werden sie von einem Graffiti-Künstler.
Aus den Forderungen der Kinder wird ein
professioneller Musiker einen Song komponieren. Das Lied wird mit allen Kindern
auf dem Camp live eingespielt und auf CD gebrannt in die Projektdokumentation
eingelegt. Diese wird von den Schüler*innen und dem Atze Team direkt zu den
Politikern gebracht.
ATZE wird Pate für eine der entstandenen Ideen und verfolgt diese mit interessierten Teilnehmer*innen weiter: von einem ersten gemeinsamen Treffen über den Besuch der entsprechenden Initiative bis hin zu Gestaltungseinfälle für die Zukunft. Jedes Kind erhält zudem Informationen von Initiativen, in denen sie sich in Berlin zu unterschiedlichen Themen einbringen können.
Für das 3. Barcamp hat die Berliner Landeszentrale für politische Bildung erfreulicherweise bereits 5.000€ bewilligt.
Die Jury ist durch die Weiterentwicklung des bisher bereits erfolgreichen Formats überzeugt.
Lisa Barthelmes - Initiative, Neukölln
Förderbetrag:
11.950 €
Projektzeitraum: 15.09.2018 – 15.07.2019
Neuantrag
Thema: Förderung von Vielfalt und Toleranz/Demokratie
Im Rahmen eines Projektes zur politisch-historischen Bildung besuchten einige Mädchen und junge Frauen des Mädchentreffs „Schilleria“ während einer Bildungsreise im Sommer 2017 das Anne-Frank-Haus und das jüdische Museum in Amsterdam. Im Anschluss an dieses Erlebnis zeigten die jungen Frauen ein starkes Interesse an der Auseinandersetzung mit der deutschen NS-Vergangenheit und dem Themenfeld „Antisemitismus“ im Allgemeinen. Sie äußerten den Wunsch ihr Wissen mit jüngeren Mädchen zu teilen und sich dadurch aktiv gegen Antisemitismus und rassistische Diskriminierung einzusetzen. Nach aktuellen Vorfällen von antisemtischem Mobbing auch an Berliner Schulen und der medialen Debatte um die Verleihung des Echos den Rapper Kollegah ergriffen die jungen Frauen nun selbst die Initiative und entwickelten mit Unterstützung der zukünftigen Projektleiterinnen folgende
Projektidee:
Im Rahmen des Projektes „#nichtmituns“ beschäftigen sich 10-15 Mädchen
und junge Frauen zehn Monate intensiv mit dem Themenfeld „NS-Vergangenheit und
Antisemitismus heute“. Nach dem „Peer-to-Peer“ Ansatz entwickeln die
Teilnehmerinnen gemeinsam im Laufe des Projektes, neue, eigene Ansätze und
Formate zur politischen Bildung gegen Antisemitismus und rassistische
Diskriminierung für (andere) Jugendliche. Ziel ist dabei theoretisch fundierte
und praxistaugliche Ansätze, Formate und Methoden zu entwickeln, die
antisemitische Stereotype aufbrechen, ohne andere Formen rassistischer
Diskriminierung zu reproduzieren. Um dieses Ziel zu erreichen umfasst das
Projekt drei Phasen. Zunächst wird in einer intensiven Informations- und
Recherchephase zum Thema Antisemitismus, durch Besuche von Ausstellungen,
Vorträgen, Erinnerungsorten, Kulturveranstaltung etc. das (theoretische) Wissen
der älteren Teilnehmerinnen über Antisemitismus vertieft. Im Anschluss daran werden die Teilnehmerinnen
in der zweiten Phase des Projektes ein projektinternes Qualifizierungsprogramm
durchlaufen. In drei Workshops lernen
die älteren Teilnehmerinnen
bewährte Ansätze und Methoden der politischen Bildung kennen. Die
Workshops beinhalten die Vermittlung
thematisch-inhaltlicher, methodisch-didaktischer und sozialer Kompetenzen. Die
Qualifizierungsphase erfolgt unter Rückgriff auf die Expertise von Fachstellen
der Antidiskriminierungsarbeit, wie der Amadeo Antonio Stiftung, die
Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus, der Shalom-Salam Initiative in
Neukölln und culture interactive e.V.
Im Anschluss daran wenden die Teilnehmerinnen die erlernten Ansätze und
Methoden selbst an indem sie eigene Workshops u.a. zum Thema „Antisemitismus
heute“ entwickeln.
Entsprechend der Interessen und Ressourcen der jungen Frauen werden
vielfältige, neue Formate entstehen, die von einer digitalen Schnitzeljagd per
App, über ein neu kreiertes Bilderspiel bis hin zu Mini-Workshops reichen können. Zielgruppe
sind einerseits die jüngeren Teilnehmerinnen des Projekts, aber auch andere
Jugendliche im Kiez. Somit entsteht ein eigen entwickeltes Programm, welches in
Phase 3 des Projektes durchgeführt und erprobt wird.
Die Jury findet das Thema, den
hohen partizipativen Anteil sowie das Potential der ausgebildeten jugendlichen
Multiplikatorinnen für förderwürdig.
Beteiligungsfüchse gGmbH, Reinickendorf
Förderbetrag:
10.000 €
Projektzeitraum: 17.08.2018 – 30.07.2019
Folgeantrag
Thema: Entwicklung und Erprobung neuer Beteiligungsformate
Mit diesem Antrag möchten soll die Arbeit zur Förderung von Selbstwirksamkeitserfahrung junger Menschen im AVA-Kiez weiter ausgebaut werden. Das Projekt ist als Bottom-Up-Projekt für junge Menschen konzipiert, die bisher kaum positive Erfahrungen gemacht haben von Erwachsenen einbezogen worden zu sein. Das Projekt soll in Zusammenarbeit mit dem Fußballverein RFC-Liberta 1914 erfolgen (siehe Stellungnahme Jugendleiter). Der RFC nimmt vor allem für den westlichen Teil des AVA-Kiez eine zentrale Bedeutung bei der Betreuung junger Menschen aus den unterschiedlichsten kulturellen Herkünften im Kiez ein. Der Großteil der jungen Menschen kommt aus Familien, die Leistungen aus dem SGB II oder III erhalten. Das Projekt hat den Anspruch nachhaltig die Überzeugung von jungen Menschen zu stärken, sich als wirksam zu begreifen, ihre eigene Lebenswelt im AVA-Kiez positiv beeinflussen zu können.
Mit dem Projekt will der RFC über die Schaffung von Beteiligungsmöglichkeiten, seine strukturelle Verankerung und Vernetzung im Kiez sowie, die Kooperation mit den Familien stärken. Die Förderung hat drei Hauptaugenmerke:
Die Jury möchte in einem unterversorgten Kiez den Beteiligungskontext
aus Sportverein und Beteiligungsprojekt erprobt sehen.
Servicestelle Jugendbeteiligung e.V., berlinweit
Förderbetrag: 11.653,33 €
Projektzeitraum:
01.07. – 31.12.2018
Neuantrag
Thema: Förderung von Vielfalt und Toleranz/Demokratie
Was?
Im Rahmen des Projektes “gegenSlam - Dein Hass treibt mich auf die Bühne”
soll das Netzwerk junge gegenargumente ein
Poetry-Slam-Festival organisieren, in dessen Rahmen sich junge Menschen mit den
Möglichkeiten von verbalem Engagement gegen Rechts und Hass auseinandersetzen
und sich gemeinsam und öffentlichkeitswirksam für ein demokratisches
Miteinander stark machen. Das Festival besteht dabei aus zwei aufeinander
aufbauenden Elementen: Zunächst mehrere Poetry-Slam-Workshops für Jugendliche
und junge Erwachsene, später einen öffentlichen Poetry-Slam.
Wer?
Servicestelle Jugendbeteiligung e.V. fördert und unterstützt als eine durch
junge Menschen getragene Organisation wirksames Jugendengagement und
Partizipation bundesweit. Thematisch erstreckt sich die Arbeit über die vier
inhaltlichen Schwerpunkte Inklusion, Partizipation im digitalen und schulischen
Raum sowie Demokratieförderung.
Warum?
Rechtspopulistische Parolen und Hassrede finden in der jüngsten Vergangenheit
immer mehr Einzug in unseren Alltag und gefährden ein vielfältiges und
demokratisches Miteinander.
Es soll erreicht werden, dass junge Menschen sich rechtspopulistischen Parolen
nicht ohnmächtig ausgeliefert fühlen, sondern sich in der Lage fühlen, einen
eigenen proaktiven Umgang mit Hassrede zu entwickeln, eigenständige
demokratische Gegennarrative zu entwickeln und diese selbstbewusst einzusetzen
und eine Öffentlichkeit zu fördern die eben genau dieses Engagement feiert,
unterstützt und Mut macht.
Wie?
Durch die Slam-Workshops werden Teilnehmende befähigt, durch einen
kreativen-linguistischen Ansatz einen eigenen Umgang mit Hatespeech zu
entwickeln.
Die Jury sieht dieses Projekt zielgerichtet gegen den zunehmenden
Populismus wirkend.
SchlesischeStr. 27 JugendKunst- und Kulturzentrum, Friedrichshain-Kreuzberg
Förderbetrag: 15.000 €
Projektzeitraum:
01.08.2018 – 31.03.2019
Neuantrag
Thema: Entwicklung und Erprobung neuer Beteiligungsformate
"Hereinspaziert! Ziehen Sie bitte eine Wartenummer, Sie werden aufgerufen, wenn das Konsulat soweit ist mit den Papieren. Wie Sie wissen, kriegt man im neuen Zusammenland den Reisepass nur gegen Leistung: Statt Egoismen und Erbsenzählerei - Liebe? Solidarität? Mut? Phantasie? Gar nicht so einfach."
Hier also ein Projektaufruf: Utopia braucht Ideen. Wie können
wir gut zusammenleben? Wie schaut das aus? Wie und mit welchen Konzepten
gelingt es, Menschen aus unterschiedlichen jugend/kulturellen Szenen,
politischen und religiösen Kreisen zusammen zu bringen, um sich gemeinsamen
gesellschaftlichen Fragen zu stellen?
In kreativen Anlagen, wo das neue Gemeinsame skizziert, wo gebaut und
gewerkelt wird, da lässt es sich besser kennenlernen, argumentieren und
verhandeln. Welches Bild kann dabei leiten? 2017 fand die Installation WELTSTADT in der Kindlbrauerei statt; nun soll ein neues, gemeinsames Land, eine kreative, politisch tickende Allmende erdacht werden. Ein Zusammenland.
Mit Berliner SchülerInnen und Jugendlichen aus verschiedenen Szenen werden
architektonische Modellanlagen gebaut, die Prozesse der Meinungsbildung,
Analyse von Konfliktlagen und gemeinsame Lösungsfindung wortwörtlich unter ein
Dach bringen. Er werden Volkspaläste gebaut. Rahmenbedingungen für nötige Abstimmung
und Übereinkunft sollen visualisiert werden: Möglicherweise wird die neue
Parlamentsanlage ein Schwimmbad, Coworking Space, gemeinsame Küche und von
Räucherstäbchen gesäumte Wandelhallen vorsehen.
Nun wird deutlich, dass ein mutiges Bruderprojekt gebraucht wird: embassy!
Eine experimentelle Baustelle für die Landesvertretung von Utopia soll
eingerichtet. Denn in der installierten Botschaftsarchitektur werden Ideen und
Argumente sehr konkrete Form finden, ohne große Übersetzungsarbeit. Die
Jugendlichen zeigen, wie ihr neues Zusammenland tickt! Der Jugend-Demokratiefonds soll Bau- und Betriebsgeld für die ultimative embassy: Ein Ladenlokal
in der Schlesischen Str. 10-11 (ein alter Biomarkt) tragen. Dieser wird neuer, stolzer
Botschaftssitz. Lage und Umgebung in Kreuzberg sind optimal für einen
aktionistischen Publikumsverkehr mit Berliner*innen und internationalen Gästen,
die am Schlesischen Tor flanieren.
Zusammen mit Theaterpädagog*innen, Künstler*innen, Innenarchitekt*innen
und Sozialarbeiter*innen (f. politische Bildung) werden Schüler*innen des OSZ
marcel breuer schule und junge Geflüchtete der offenen Werkschule
Bildungsmanufaktur die embassy planen und einrichten, den Botschaftsbetrieb
szenisch entwickeln, zu Gesprächen und Performances einladen.
Die Jury erwartet, dass eine
positive Vision von Demokratie und Utopie und internationalen zusammenhängen
mit szenischen Mitteln gelingt und ein jugendliches Publikum Anregung findet.
Wir Gestalten e.V., Mitte
Förderbetrag: 1.500 €
Projektzeitraum:
01.07. – 24.09.2018
Neuantrag
Thema: Förderung von Vielfalt und Toleranz/Demokratie
„Banat acher zaman – Die Mädchen von heute“, ist eine kleine Gruppe von jungen Frauen und Mädchen aus dem Wedding. Alle zwei Wochen treffen sie sich, um bestimmte Themen zu Geschlechterdifferenzen und daraus entstehenden Chancenungleichheiten zu diskutieren. Das Ziel ist dabei stets mögliche Lösungen im Umgang mit diesen zu finden. Gestärkt durch die Gruppe sollen selbstbewusst Geschlechterdifferenzen kritisch zu hinterfragt und im persönlichen Umfeld gemindert werden. Die kleine Gruppe plant nun eine Konferenz um mehr junge Frauen engagieren zu können. Die Konferenz soll als spannender Aufhänger motivieren eine kritische Denkweise zu entwickeln.
Die Konferenz soll an einem Samstag (voraussichtlich 1. September 2018) stattfinden und verschiedene kreative Workshops in kleineren Gruppen, sowie eine abschließende gemeinsame Diskussion oder einen Workshop umfassen. Die Räumlichkeiten, die der Verein Wir Gestalten e.V. stellt, bietet Platz für vier zeitgleiche Workshops, sodass man zum Beispiel zwei mal vier Workshops à 1,5 Stunden anbieten könnte. Danach wäre es schön ein gemeinsames Mittagessen anzubieten, um anschließend alle zusammen einen letzten Programmpunkt zu erleben. Es könnte zum Beispiel eine Diskussion oder Vorstellung der Workshops in Bezug auf diese sein oder eine motivierende Rede einer jungen, feministischen Aktivistin. Da viele der Mädchen einen Migrationshintergrund haben wäre zum Beispiel eine Diskussion zu interkulturellem, interreligiösem Feminismus sehr interessant. Auch denkbar wäre ein gemeinsames Spiel oder ähnliches.
Die Zielgruppe sind junge Frauen und Mädchen ab 13 Jahren. Das Projekt wird primär Weddingerinnen ansprechen. Durch Plakate, Flyer und Vorstellung des Projekts in einigen weiterführenden Schulen sollen die potenziellen Teilnehmerinnen direkt motiviert werden. Da die Mehrzahl der Gruppenmitglieder noch zur Schule geht, könnten diese das Projekt direkt in ihren Schulen vorstellen, sowie Freundinnen und Klassenkameradinnen einladen.
Die Jury findet das kritische Hinterfragen bestehender
gesellschaftlicher Normen und die Förderung demokratischer Diskussionskultur
höchst unterstützungswürdig.
Demokratie & Dialog e.V., berlinweit
Förderbetrag: 10.509,50 €
Projektzeitraum:
15.07. – 31.12.2018
Neuantrag
Thema: Förderung von Vielfalt und Toleranz/Demokratie
In der aktuell politischen Lage mit zunehmenden populistischen Tendenzen gilt es demokratische Grundwerte zu verteidigen und zu stärken. Schule als Lern- und Lebensort hat eine entscheidende Bedeutung beim Erlernen und Erproben von Demokratie für Kinder und Jugendliche. Mit dem Projekt Demokratie braucht Multiplikator*innen soll Demokratielernen an Schulen weiter gefördert und gestärkt werden.
Damit Demokratielernen in Schule ermöglicht wird, müssen Möglichkeitsräume für demokratisches Handeln und Wirken sichtbar gemacht werden. Dafür werden im Rahmen unseres Projekts Multiplikator*innen ausgebildet, die diese Möglichkeitsräume aufzeigen und im Rahmen von Workshops ihr Wissen an Schulen weitergeben.
20 Jugendliche werden im Rahmen einer viertägigen Ausbildung im August 2018 zu Multiplikator*innen ausgebildet, die im Anschluss daran insbesondere in Schulen aktiv werden sollen. Ziel der viertägigen Ausbildung ist es, den Jugendlichen die notwendigen Skills für eine erfolgreiche Moderation an die Hand zu geben und zwei Workshopkonzepte zu erarbeiten bzw. bestehende Workshopkonzepte anzupassen. Die Teilnehmenden setzen sich insbesondere aus ehemaligen Freiwilligen des Freiwilligen Jahres Beteiligung zusammen, die an den Schulen an denen sie ihren Freiwilligendienst gemacht haben, bereits zu den Themen Demokratie und Beteiligung gearbeitet haben und an ihre bisherige Arbeit anknüpfen. Darüber hinaus steht natürlich auch weiteren Interessierten die Ausbildung offen.
Dabei wird insbesondere auf zwei unterschiedliche
Workshopformate gesetzt, die darauf abzielen bestehende Strukturen und Ansätze zu
stärken, statt parallele und neue Angebote zu schaffen. Zum einen das von der
Deutschen Gesellschaft für Demokratiepädagogik erfolgreich etablierte
Klassenratskonzept und zum anderen ein zu erarbeitentes Workshopkonzept, das
Schüler*innen zu Beginn des neuen Schuljahres in Vorbereitung auf die Klassensprecher*innen-Wahlen mit der
Bedeutung und den Möglichkeiten von Interessenvertretung und demokratischer
Schulgestaltung vertraut macht.
Die Ausbildung zielt darauf ab, die teilnehmenden Jugendlichen zu befähigen,
Erlerntes auch außerhalb dieses Projekts zu adaptieren und anzuwenden.
Mit dem Angebot sollen keine anderen Jugendlichen ausschließen, sondern es ist auch sehr bewusst offen gestaltet für andere junge Erwachsene, die sich bereits mit den Themen auseinandergesetzt haben.
Die Jury hält es derzeit für wichtig, viele Demokratiemoderator*innen
auszubilden.
SC Kiezmove Friedenau e.V., mehrere Bezirke
Förderbetrag: 14.559 €
Projektzeitraum:
16.07. – 21.12.2018
Wiederholungsantrag
Thema: Erweiterung von Beteiligungskontexten
Mit dem Projekt Sports up bietet das Trainer*innenteam vom SC Kiezmove
ausgewählten Berliner Schulen an, im Rahmen von Beteiligungskontexten mit den
Schüler*innen ein nachmittägliches Sport- oder Freizeitangebot gemeinsam zu
entwickeln und umzusetzen. Die Schüler*innen sollen dabei bei der Konzeption und
der Umsetzung der Freizeit-AGs an ihrer eigenen Schule eine aktive
Beteiligungsverfahrung erhalten. Angebote einer Freizeit-AG in den klassischen
Sportarten wie Fußball, Basketball oder auch Streetdance können die
Trainer*innen vom SC Kiezmove als Übungsleiter*innen umsetzen. Es sollen aber auch weitere
Freizeitangebote gemeinsam mit den Schüler*innen ausprobiert und entwickelt
werden. Die jetzt teilnehmenden Schüler*innen sollen mit einem Peer Learning
Erfahrungen in ihrer Schulzeit und an ihrer Schule erhalten und die Fähigkeit
entwickeln, die Erkenntnisse in Selbstorganisation und Partizipation später bei
Projekten auch an weitere Schüler*innen weiterzugeben . Die Schüler*innen
entwickeln ihre eigene Freizeitgestaltung an ihrer Schule. Ihre eigene Schule
ist für die Schüler*innen ein ganz wichtiger Ort. Am Nachmittag bieten die
Schulen zunehmend Freizeit-AGs an. Hier wollen wir mit dem Konzept Sports up
den Spaß und die Freude an der gemeinsamen Sport- und Freizeitaktivitäten
entwickeln. Das Projekt Sports up versteht sich als Pilotprojekt in Berliner
Schulen für die Nutzung von nachmittäglichen Sport- und Freizeitangeboten in
Schulen in einer sich verändernden Gesellschaft. Diese Veränderung bietet aber
auch die Möglichkeit der Mitwirkung der Schüler*innen an der Entwicklung ihrer
eigenen Freizeitangebote. Dabei brauchen die Schüler*innen jedoch eine
strukturelle Unterstützung, um sich auch einbringen und ihre Vorstellungen auch
artikulieren zu können. Das Angebot Sports up soll mit dem kalkulierten
Etat in einer ersten Pilotphase in 2018 im Schuljahr 2018/2019 an bis zu 6
weiterführenden Schulen umgesetzt werden. Dabei kann das Projekt Sports up mit
Mitteln, die den Schulen für ihre Freizeit-AGs zur Verfügung stehen, zusätzlich
ausgeweitet werden.
Die Jury möchte einen engagierten Sportverein dabei unterstützen
Beteiligung über ein Sportangebot in Schulen und Kieze zu tragen.
Nachbarschaftshaus Wannseebahn e.V., Steglitz-Zehlendorf
Förderbetrag: 12.662,50 €
Projektzeitraum:
15.07. – 31.12.2018
Neuantrag
Thema: Förderung von Vielfalt und Toleranz/Demokratie
Das Nachbarschaftshaus Wannseebahn e.V. ermöglicht im Rahmen der aufsuchenden Jugendarbeit v. a. jungen Menschen aus stark benachteiligten Kontexten eine Einbindung in die vielfältigen Angebote der mobilen Feuerwehr ("MoWo"), welche im Gesamtbezirk Steglitz-Zehlendorf in den Abendstunden und an Wochenenden im öffentlichen Raum unterwegs ist. Seit 2017 engagiert sich der Verein in dem Kooperationsprojekt "ZOOM!", ein Gewaltpräventionsprojekt der Berliner Kommission gegen Gewalt im Rahmen der aufsuchenden Arbeit.
Das Projekt "feminationSZ" basiert auf Ideen einer Mädcheninitiative, zu der über die aufsuchende Arbeit bereits ein gefestigter Kontakt besteht. Initiativ sind hier Mädchen im Alter von ca. 12 bis 18 Jahren aus unterschiedlichsten Kontexten, die aufgrund ihrer Herkunft Ausgrenzungs- und Marginalisierungserfahrungen erleben. Somit beschäftigen sie sich - auch angeregt durch die derzeitige Debatte um Geschlechtergerechtigkeit und Feminismus - mit Rollen und Rollenzuschreibungen und ihren Mitbestimmungsmöglichkeiten innerhalb der Gesellschaft. Aktuell wird in festgelegten Bereichen, bspw. in Schulen und Jugendhilfeeinrichtungen dieses Thema diskutiert.
Jedoch werden diese Angebote oft aus der Erwachsenenperspektive heraus behandelt und wirken oft nicht nachhaltig. Hier wird von der initiativen Mädchengruppe bemängelt, dass eine unzureichende Sensibilisierung im öffentlichen Räumen stattfinde und ihre Mitwirkungsmöglichkeiten an Gestaltungsprozessen zu gering sei. Ihre Grundidee ist, anlässlich des bevorstehenden 100-jährige Jubiläums zum Frauenwahlrecht, feministische Aktionen im öffentlichen Raum umzusetzen. Im Dialog mit weiteren interessierten Mädchen aus der aufsuchenden Arbeit wurde diese Grundidee weiterentwickelt und die Ausrichtung somit zielgruppenspezifisch geprägt. Das Projektvorhaben birgt einen bedeutenden Gelingensfaktor zur Stärkung von Rechten und Ressourcen von Mädchen, da es an aktuelle Interessenlage und Motivation der Zielgruppe ansetzt.
Bis zum Jahresende 2018 haben sich mindestens 200 Jugendliche, die sich
hauptsächlich in Steglitz-Zehlendorf aufhalten mit Rechten, Rollenbildern und
-zuschreibungen der letzten 100 Jahre von Mädchen auseinandergesetzt, diese
durch verschiedene Methoden und Aktionen reflektiert und Formen gefunden, die
Ergebnisse in die Öffentlichkeit zu tragen.
Die Zielgruppe wird vordergründig im Rahmen der aufsuchenden Arbeit im Gesamtbezirk erreicht. Schwerpunkt bilden besonders Treffpunkte im öffentlichen Raum. Hier bestehen bereits gefestigte Kontakte, im Rahmen des Vorhabens werden weitere interessierte Jugendliche erreicht und einbezogen.
An Hand von unterschiedlichen Dimensionen (Rechte, Rollen, Aufenthaltsorte, Mode) werden die Epochen von vor 100 Jahren bis heute beleuchtet und mit dem selbst erlebten "hier und jetzt" in Beziehung gebracht. Die Aktionen bieten einen Rahmen und werden von den Mädchen selbst bespielt und gestaltet:
In einer Zeitreise, werden Lebenswelten von Frauen aus verschiedenen
Epochen beleuchtet. In Fotoshootings wird die vergangene Mode mit der heutigen
gegenübergestellt. Das Kennenlernen verschiedener Lebenswelten fördert
Verständnis und Mut zur Veränderung.
In Fotostreifzügen werden Lieblings- und Vermeidungsräume dokumentiert und mit „Räumen“, in denen sich Mädchen vor 100, 70, 40 Jahren aufhielten gegenübergestellt. Die Dimension Raum ermöglicht, eine plastische Sicht und stellt eine enge Anbindung an die Lebenswelt Jugendlicher dar.
Die Jury ist von der großen Reichweite und den facettenreichen niedrigschwelligen Beteiligungsmöglichkeiten zu diesem wichtigen Thema im Jubiläumsjahr zum Frauenwahlrecht überzeugt.
Spielkultur Berlin-Buch e.V., Pankow/Buch
Förderbetrag: 4.739 €
Projektzeitraum:
02.07. – 02.11.2018
Neuantrag
Thema: Entwicklung und Erprobung neuer Beteiligungsformate
Der Kinderclub "Der Würfel" befindet sich im Herzen einer Plattenbau Siedlung des Berliner Bezirks Buch. Als soziale Einrichtung besteht ihre Aufgabe darin den dort lebenden Kindern eine Plattform für Austausch, Kreativität und Geborgenheit zu bieten, um sie so von den Straßen dieses sozialen Brennpunkts fernzuhalten.
Die Rap AG hat sich seit November 2017 für einige Kinder als Ventil für deren Emotionen und kreatives Potential etabliert. Hier haben sie die Möglichkeit ihre Gedanken und Erfahrungen auszutauschen und ihnen in künstlerischer Form Ausdruck zu verleihen. Shoob, der die AG anleitet, stellt hierfür sein Wissen und technische Ausrüstung zur Verfügung. Er hilft ihnen dabei, ihre Gedanken in Texten wiederzugeben und bringt ihnen die Grundlagen der Tontechnik näher.
Nun soll der Würfel auch mit einem eigenen Tonstudio ausgestattet werden, um die motivierten Teilnehmenden an die Musikproduktion heranzuführen und ihnen so die Möglichkeit zu bieten, ihre musikalischen Projekte bald selbst durchzuführen.
Die Rap AG besteht aus Kindern und Jugendlichen, die nun ihr erstes Album auf CD produzieren möchten. Hierfür soll ein auch Tonstudio eingerichtet werden und somit weitere Kinder dazu eingeladen werden, ihre Musikalität auszuleben und erste Erfahrungen im technischen Bereich der Audioproduktion zu machen. Sie sollen ermutigt werden, ihre kreative Arbeit zielgerichtet umzusetzen und im Anschluss ein selbstproduziertes Werk in den Händen halten.
Auch bei Aufbau, Einrichtung und Verkabelung sollen die Jugendlichen beteiligt werden, damit sie selber einen Überblick erhalten und lernen. Anschließend, in der zweiten Phase geht es an die Albumproduktion. Hierfür werden Themen für die Texte und Inhalte in der Gruppe gesammelt und diskutiert. Da Rap in den öffentlichen Medien oft gewaltvoll und sexualisiert ist, besteht hier ein Bedarf an Aufklärung und offenen Dialogen, die ständig zu neuen Erkenntnissen führen.
Die Jury möchte mit dieser Förderung einen positiven Impuls in einen
schwierigen Kiez setzen.
Sozialpädagogische Arbeit im Kiez e.V., Pankow/Weißensee
Förderbetrag: 6.786 €
Projektzeitraum:
03.07. – 31.07.2018
Neuantrag
Thema: Erweiterung von Beteiligungskontexten
Die Berliner Bezirke Pankow/ Weißensee
und Hohenschönhausen/ Lichtenberg haben
eine bewegte Graffiti Geschichte. In den 90er Jahren war der Bezirk eine
Hochburg der Berliner- und auch gesamtdeutschen Graffitiszene. Viele
hochwertige Wände wurden gestaltet und hochkarätige Künstler gingen aus der
Region hervor. Einer der Orte, wo man die Künstler antreffen konnte, war die
prägnante Turnhalle, des Sportkomplexes Stadion Buschallee. Es war ein
überregional bekannter Ort für legale, großflächige Wandgestaltungen. Aufgrund
von unsachgemäßer Nutzung der bereitgestellten Flächen wird die Außenwand der
Turnhalle seit einigen Jahren nicht mehr künstlerisch genutzt, da diese nicht
mehr legal ist.
Inhaltlich soll es eine Zusammenführung von der alten Generation von Ostberliner Künstler*innen und neuen Generationen kunstinteressierter Jugendlicher sein.
Gemeinsam soll die Außenwand der Turnhalle, in Absprache mit Bezirk und Pächtern, konzeptuell mit der Sprühdose gestaltet werden.Es werden lokale Künstler*innen, welche schon vor vielen Jahren die Wand nutzten, eingeladen werden. Gemeinsam mit jüngeren Generationen der Graffitikultur werden sie die Wand gestalten. Dazu werden im Einzugsgebiet Lichtenberg und Pankow viele Jugendkulturorte angesprochen, mit ihren Jugendlichen zu partizipieren.
Dazu soll es ein buntes Rahmenprogramm geben, welches Jugendliche und auch Erwachsene anziehen soll. Es soll Musik in Form von DJs und Rap geben, eine Skizzen Ecke, organisiert von der Jugendkunstschule Lichtenberg, ,ein Graffiti Battle , organisiert von Berlin Spraybattle ,Probewände zum ausprobieren der Sprühdose, Grillerei und weiteres.
Die Einbindung von Jugendlichen und Jugendclubs in Vorbereitung und Umsetzung in kunstpädagogischer Anleitung ist inbegriffen.
Die Zusammenführung und Vernetzung, Einbindung in Entscheidungen der Umsetzung, Stärkung von Selbstbewusstsein, Teamwork und die Dimensionen der kreativen Möglichkeiten der Graffitikunst sind primäre Anliegen.
Projektpartner sollen die Jugendkunstschule Lichtenberg, das Archiv der Jugendkulturen/Graffitiarchiv, Gangway e.V. , die bunte Kuh, Reclaim the Game und weitere sein, welche unterstützend bei Logistik, Organisation und Umsetzung wirken sollen.
Als Sponsoren sollen verschiedene Graffitiläden aus Berlin, wie Writers
Corner und Graffitiboxshop, sowie Sprühdosenhersteller angeworben werden.
Die Jury erwartet die Entwicklung von kreativem Ausdruck in legaler
Weise mit historischem und jugendkulturellem Bezug.
Kreuzberger Kinderstiftung gAG, Friedrichshain-Kreuzberg
Förderbetrag: 10.000 €
Projektzeitraum: 01.09.2018
– 30.06.2019
Neuantrag
Thema: Förderung des ehrenamtlichen Engagements
Dieses Projekt informiert, motiviert und befähigt 100 Berliner Jugendliche dazu, sich bei den Wahlen zum Europäischen Parlament im Mai 2019 als Wahlhelfer*innen zu engagieren. Dabei sollen insbesondere junge Menschen ohne Abitur angesprochen werden.
Ziele: Das Projekt hat folgende strategische Ziele: Die Identifikation der teilnehmenden Jugendlichen mit der repräsentativen Demokratie und der europäischen Idee soll gestärkt werden. Darüber hinaus soll die Wahlbeteiligung junger Menschen gesteigert werden, da die jungen Wahlhelfer*innen Gleichaltrige zum Wählen motivieren werden.
Notwendigkeit: Die Wahlbeteiligung jüngerer Wähler*innen ist geringer
ist als die der älteren. So lag die Beteiligung der Menschen unter 35 bei den
Wahlen zum Deutschen Bundestag 2017 deutlich unter dem Durchschnitt aller
Wahlberechtigten.
Teilnehmer*innen:
Es sollen gezielt junge Menschen ohne Abitur in der Altersgruppe 18-21
angesprochen werden. Allerdings können auch Jugendliche bis 27 und Jugendliche
mit Abitur an dem Projekt teilnehmen. Ein geographischer Fokus wird in der
Teilnehmenden-Akquise auf Friedrichshain-Kreuzberg gelegt. Jugendliche aus
anderen Bezirken sollen jedoch nicht ausgeschlossen werden. Die Teilnehmenden sollen durch verschiedene Maßnahmen der
Öffentlichkeitsarbeit, Schulbesuche und Aktivitäten verschiedener Partnerorganisationen
gefunden werden.
Kooperationspartner: Das Wahlamt des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg
hat zugesagt, dass die Jugendlichen, die sich über das Projekt registrieren und
die rechtlichen Voraussetzungen erfüllen, als Wahlhelfer*innen ausgewählt
werden. Darüber hat dieses Wahlamt angekündigt, Kontakte zu weiteren
Bezirkswahlämtern herzustellen, sodass mit diesen ähnliche Vereinbarungen
getroffen werden können. Die Jugendbildungsstätte Haus Rissen, die bereits
Projekte mit jungen Wahlhelfer*innen durchgeführt hat, ist bereit, zu beraten
und entwickelte Materialien und Methoden zur Verfügung zu stellen. Die
Schwarzkopf-Stiftung unterstützt die Teilnehmendenakquise durch Hinweise
insbesondere im Rahmen ihrer Seminare an Berliner Berufsschulen. Gespräche über
Kooperationen mit dem Landesjugendring und der Drehscheibe Kinder- und
Jugendpolitik Berlin der Stiftung SPI sind geplant.
Jugendliche sollen in dem hier beantragten Projekt in folgender Weise
entscheiden und als Umsetzende tätig werden:
Das Projekt verbindet politische Bildung mit einer praktischen staatsbürgerlichen Tätigkeit. Simulationen politischer Prozesse sind vor allem dann sinnvoll, wenn eine tatsächliche Ausübung nicht möglich ist. So z.B. bei den U18-Wahlen, da Menschen unter 18 abgesehen von Kommunalwahlen nicht wählen dürfen. Die Tätigkeit als Wahlhelfer*innen hingegen kann von der hier genannten Zielgruppe problemlos „im echten Leben“ ausgefüllt werden.
Die Jury bewertet dieses Projekt als positiven Impuls zum wichtigen Thema Europawahl
Europäische Janusz Korczak Akademie e.V., Mitte
Förderbetrag: 11.360 €
Projektzeitraum: 28.08.2018 – 05.03.2019
Neuantrag
Thema: politisch-historische Bildung
Unter dem Arbeitstitel „Jüdische Frauenschicksale aus Berlin werden
Jugendworkshops zum Thema Flucht, Heimat und Vielfalt“ angeboten. Im Projekt werden Berliner Jugendliche im Alter bis 21 Jahre anhand ausgewählter
Einzelbiographien die Geschichte ihrer Stadt erforschen und sich im
Zusammenhang damit auch mit Fragen der eigenen Identität auseinandersetzen. Die historisch-politische Bildung im Geiste der Vielfalt und zur
Bekämpfung von Diskriminierung und Ausgrenzung soll dabei über Persönlichkeiten
und Referent*innen vermittelt werden, die für die jugendlichen Teilnehmer*innen durch ihr
Alter oder ihre Vita anschlussfähig sind. Es war uns dabei wichtig, starke,
wirkmächtige Persönlichkeiten auszuwählen, mit denen die jungen Teilnehmer*innen sich
identifizieren können und die zugleich einen besonderen Blick auf die Berliner
Geschichte ermöglichten; dies auch, um das Projekt nicht im Abstrakten
verbleiben zu lassen, sondern die Geschichte ganz konkret erfahrbar zu machen.
Nicht zuletzt sollten dabei die Biographien der untersuchten Personen außerdem
ein breites Spektrum an möglichen Ansatzpunkten in Bezug auf die pädagogische
Beschäftigung bieten.
Die Wahl fiel dabei schließlich auf Ruth Schwiening (*1935) und ihre Glasmalerei, Naomi Frankel (1918-2009) und die Fotoausstellung ‚unaufgeklärte Naomi Frankel‘ sowie Katja Petrowskaja (*1970) mit dem Literaturworkshop, drei Frauen, die ihre innige Beziehung zu Berlin, ihre höchst unterschiedlichen Migrationserfahrungen und ihre ausgeprägten kreativen Talente miteinander gemein haben. Rund um diese drei Frauen werden insgesamt drei Workshops organisiert, die jeweils den Auftritt eines Gastredners nebst Diskussion sowie eine gemeinsame kreative Arbeit umfassen werden.
Alle drei Workshops sind als niederschwelliges Angebot ausgelegt, sodass auch Jugendliche ohne umfangreiche künstlerische Vorkenntnisse teilnehmen können. Dies gilt auch für die Sprachkenntnisse; lediglich im Rahmen des Workshops zu Naomi Frankel wird eine Übersetzung vom Englischen ins Deutsche erforderlich sein.
Als Abschlussveranstaltung soll schließlich ein Gesellschaftsspiel unter dem Titel „Neue alte Heimat Berlin“ stattfinden, das der Neuberliner Stanislav Kukharkov leitet – selbst erst kürzlich als jüdischer Zuwanderer ins Land gekommen und als Gründer eines Start-ups für Freizeitangebote eine der vielen Erfolgsstorys neu zugewanderter Berliner*innen. Im Mittelpunkt steht hierbei der künstlerische Austausch der jungen Teilnehmer über die drei vorangegangenen Workshops und die Reflexion ihrer Erfahrungen in Bezug auf ihre eigenen Biographien. Dadurch, dass alle drei ausgewählten Frauen einen jüdischen Hintergrund und deutliche Bezüge zur Shoah und zum zeitgenössischen Antisemitismus mitbringen, wollen wir auch einen Beitrag zur Prävention von Diskriminierung und Antisemitismus leisten.
Die Jury hält diese Verbindung aus Zeitzeugenbegegnung, kreativem
Austausch und historisch-politischer Bildung für förderwürdig zur Prävention
gegen Diskriminierung und Antisemitismus.
Kite & Board Association e.V., Tempelhof-Schöneberg
Förderbetrag: 5.905,12 €
Projektzeitraum: 01.07. – 31.12.2018
Neuantrag
Thema: Förderung von Vielfalt und Toleranz/Demokratie
Die Kite und Board Association e.V. (KBA e.V.) ist eine Vereinigung von Board- und Kitesportlern, Pädagogen und Psychologen.
Das Ziel ist: Förderung des bewussten Umgangs mit Natur und Umwelt im Rahmen von pädagogischen und sozialen Projekten. Erfahrungen und die Entwicklung von strukturierten Projekttagen an der frischen Luft waren hilfreich, um das Verständnis für die Natur, insbesondere der Windenergie zu fördern als auch die Entwicklung der Koordinationsfähigkeit zu unterstützen. Die Fragen der Kinder sind Ausgangspunkt der Erkundungsprozesse und schaffen eine tolle Dynamik, welche zur Weiterentwicklung und Gestaltung der Projekte inspirierte.
Sozialpädagogisch fundierte Freizeitangebote mit integrativen Ansatz
für Kinder und Jugendliche aus benachteiligten Stadtteilen sowie für
Geflüchtete sind der Rahmen der Projektarbeit.
Mit den Angeboten für benachteiligte Kinder und Jugendliche und
insbesondere geflüchtete Kinder soll ein Beitrag zur Förderung der
Teilhabe und Integration dieser Zielgruppen geleistet werden. Mit dem Ansatz (pädagogisch fundierte und diversitätssensible
Freizeitangebote) können diese Kinder und Jugendliche besonders gut erreichet werden.
Die Aktivitäten fördern nicht nur Bewegung und Gesundheit, sondern
vermitteln auch soziale und interkulturelle Kompetenzen. Im Drachenbaukurs
werden außerdem feinmotorische und haptische Entwicklungen der Kinder
gefördert. Durch den Ansatz gemischte Gruppen, Zugezogenen (Geflüchtete)
und Berliner Jugendliche zusammenzubringen, wird außerdem der Spracherwerb
gefördert, z.B. auch durch die Arbeit mit spielerischen Sprachanimationen.
Mit der Tour de Tempelhof wird einen Rundparcours um das Tempelhofer Feld
angeboten. Der Parcours bietet verschiedene Herausforderungen und Lernziele an, die es
zu meistern gilt. Spielerisch werden die Grundideen und Facetten des Tempelhofer Felds erarbeitet,
die Kinder und Jugendlichen zum Beispiel diverse Kräuter kosten und
die Gruppe in den Alltag eingebunden. Das genaue Programm wird jeweils in Absprache mit den Kooperationspartnern entwickelt, um auf die Bedürfnisse der Teilnehmenden einzugehen.
Die Jury erwartet ein öffentlichkeitswirksames Beteiligungsprojekt für
eine bedürftige Zielgruppe.